German abstract

Kurzbeschreibung des Projekts:

 

Wissen gilt zunehmend als unverzichtbare gesellschaftliche Ressource. Damit sind Wissensbegriffe, Wissensproduktion und Wissenszirkulation zu Schlüsselthemen wissenschaftlicher und öffentlicher Debatten avanciert. Oft konzentrieren sich diese Diskussionen auf nordamerikanische Räume von Wissensproduktion, die – trotz deutlicher Verschiebungen im globalen Machtgefüge – Wissensformen hervorbringen, die ‚erfolgreich‘ zirkulieren und entscheidende Impulse für Globalisierungsprozesse setzen. Diese Dynamik konfrontiert uns mit virulenten Fragen: Welche Bedingungen haben die Emergenz neuen Wissens in Nordamerika befördert? Welche Formen – ‚fremden‘ wie lokalen – Wissens sind in diesem Umfeld besonders tragfähig? Wie wird dieses Wissen mobil, und wie entfaltet es Wirkung an anderen Orten? Unser Projekt zeigt, dass das Paradigma der Ökologie in einzigartiger Weise geeignet ist, diese Fragen zu untersuchen und überzeugend zu beantworten. Innerhalb des konzeptionellen und methodischen Rahmens der Ökologie erforschen wir, welche Wissensformen adaptiert und transformiert werden, welches Wissen zirkuliert und welches sich der Verbreitung widersetzt; wie sich Medienökologien und ihr steter Wandel auf Konzepte und Verbreitung von Wissen auswirken; und wie Prozesse globaler Migration und kultureller Translation diese Dynamik formen. Im Zentrum unseres Projekts stehen sowohl die Bedingungen, Prozesse und Interaktionen, die nordamerikanische Wissensökologien kennzeichnen, als auch ihre Effekte auf Muster der Globalierung. Unser Projekt betritt somit wissenschaftliches Neuland und leistet einen hoch relevanten Beitrag zur interdisziplinären Untersuchung von Wissen als Ressource, zu den Nordamerikastudien, zu einer Neukartierung europäischer Wissensökologien und zur Globalisierungsforschung.